Ecstasy

    Der Wirkstoff 3,4 Methylen-dioxy-N-Methylamphetamin (MDMA) wurde im Jahre 1912 von der Arzneimittelfirma "Merck" patentiert, nachdem er 1898 das erste Mal synthetisiert wurde.
    Bei der Synthese von Hydrastinin, welches die Gefäße verengt, fiel es als zufälliges Beiprodukt auf und wurde von der Firma patentiert, aber nicht auf den Markt gebracht.
    In den 60er und 70er Jahren wurde MDMA in experimentellen Versuchen in der Psychotherapie eingesetzt. Mit der Entstehung der Technoszene Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre verbreitete sich MDMA immer mehr als Party- und Tanzdroge auf der ganzen Welt.
    MDMA ist seit 1986 dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt.

    Stofflichkeit:

    Das synthetische Amphetaminderivat MDMA (3,4 Methylen-dioxy-N- metylamphetamin) ist der ursprüngliche Wirkstoff von Ecstasy.
    Andere Derivate wie MDA (3,4 Methylen-dioxy-amphetamin), MDEA (3,4 Methylen-dioxy-etylamphetamin), MBDB (N-Methyl-1-2-butanamin) werden im Umgang auch synonym als Ecstasy verwendet, sind mit Ecstasy sozusagen verwandt. Sie können in Pillen und Kapseln enthalten sein, sind aber ebenso wie MDMA auch in reiner Form erhältlich (weißes, kristallines Pulver).
    Sie unterscheiden sich jeweils in der Art der empathischen (einfühlenden) und entaktogenen (Berührung mit dem Inneren) Wirkung und z.B. ihrer Wirkungsdauer.
    Von den oben genannten Wirkstoffen enthalten die Pillen zwischen 30 und 250 mg, hingegen liegt die "verträgliche" Dosis bei 1,5mg pro Kg Körpergewicht (1,3mg/Kg Körpergewicht bei Frauen).
    Vorsicht - PMA/PMMA, welches erst nach 1-2 Std. wirkt und nicht nur durch "Nachlegen" (schon ab 50mg) lebensbedrohlich sein kann, ist in seltenen Fällen ebenfalls in den Pillen enthalten.
    Weitere Beimengungen bzw. Verschnittstoffe sind Amphetamine (z.B. Speed), Halluzinogene, Koffein, Placebo-Streckmittel und diverse andere Substanzen wie z.B. PMA (Paramethoxyamphetamin), m-CPP (meta-Chlorphenylpiperazin) oder auch Atropin.

    Ecstasy wird oft in Pillen-/Tablettenform angeboten, die unterschiedliche Prägungen/Symbole tragen. Einen sicheren Rückschluss geben Form und Aussehen oder identischer Szenename nicht auf die vorhandenen Inhaltsstoffe.
    Ecstasy bildet eine eigene Stoffgruppe, die der Entaktogene, da es sich weder zu den Amphetaminen noch zu den Halluzinogenen eindeutig zuordnen lässt.

    Szenenamen sind XTC, Adam (für MDMA),Eve (MDEA), Eeees, Pille, Teile, als auch andere zahlreiche Namen die abhängig vom aufgedruckten Motiv sind.

    Wirkungsdauer:

    Unter anderem ist die Wirkung abhängig von der Dosis, dem Reinheitsgrad, der Toleranzbildung und Konsumfrequenz sowie von Set (innerer Zustand) und Setting (Umfeld) des Users.
    Ca. 30-45 Minuten nach der Einnahme setzt gewöhnlich die Wirkung ein.

    Wirkungsdauer je nach Wirkstoff:

    • MDA ca. 6-8 Stunden
    • MDMA/ MBDB ca. 4-5 Stunden
    • MDEA ca. 2-3 Stunden

    Nach- und Nebenwirkungen können bis zu 20 Stunden andauern.

    Konsumformen:

    Ecstasy kann als Tablette, Kapsel oder Pulver oral konsumiert werden.

    Nachweiszeit:

    Je nach Häufigkeit und Intensität des Konsums kann dieser bis zu 24 Stunden im Blut und zwischen 2 und 4 Tagen im Urin nachgewiesen werden. Theoretisch ist die Droge in den Haaren zeitlich unbegrenzt nachweisbar.

    Risikobedingungen:

    Wie äußert sich der Konsum? Einiges kann - nicht alles muss.
    Bei geringer Dosierung von Ecstasy wirkt es stimulierend und/oder entspannend. Vom Wirkstoff abhängig ist es eher aufputschend und kann eine leichte halluzinogene Wirkung entfalten.
    Kurzzeitig fördert es Ausdauer, Offenheit und Einfühlungsvermögen, weshalb es auch oft als Liebesdroge bezeichnet wird (keine Sexdroge: Erektionsprobleme möglich).

    MDMA schreibt man eine empathogene Wirkung zu. Einfühlungsvermögen, Wahrnehmungsfähigkeit und Kommunikationsbereitschaft sind gesteigert. Es kann sympathiefördernd wirken und das Gemeinschaftsgefühl verstärken.
    MDA / MDEA / MBDB schreibt man eine entaktogene Wirkung zu, welche die Wahrnehmung und inneren Empfindungen verstärkt.

    Der Blutdruck steigt und der Rauschbeginn kann sich mit Schwindelgefühlen Herzrasen, Übelkeit und Schweißausbruch bemerkbar machen. Der Anstieg der Körpertemperatur, das "Ecstasy-Fieber", welches ein hohes Risiko mit sich bringt, die Hyperthermie (Überhitzung) und die daraus resultierende Austrocknung des Körpers kann zum Tod führen - also unbedingt dem starken Durstgefühl Folge leisten, um die Überhitzung zu vermeiden.
    Durch ausdauerndes Tanzen steigt das Risiko einer Hyperthermie ebenso wie durch schlechte Luft und geringe Wasserzufuhr. Die Pupillen sind erweitert, die Kiefermuskulatur ist verkrampft und hat dadurch häufig Zähneknirschen zur Folge.
    Durch Überanstrengung und Sauerstoffmangel kann es zum Kreislaufkollaps und Nieren- und Leberversagen kommen (in akuten Fällen - Notruf).
    Klingt die Wirkung ab, kann ein "Ecstasy-Kater" einsetzen (er geht einher mit Depressionen, niedriger Frustrationstoleranz und Angst).
    Tryptophanhaltige (z.B. Nüsse, Nudeln, Bananen) Nahrung nach dem Konsum kann hier ein wenig helfen.

    Risikobedingungen bei Dauerkonsum:

    Die entaktogene (frei übersetzt: Verstärkung der Berührung mit dem Inneren) Wirkung von Ecstasy greift in den Serotoninhaushalt des Körpers ein. Durch den Konsum von Ecstasy, wird Serotonin, welches ein Botenstoff des Gehirns ist, ausgeschüttet, dieser Stoff wird umgangssprachlich auch als Glückshormon bezeichnet. Ist eine bestimmte Menge Ecstasy konsumiert worden, die den Serotonin-Speicher vollständig leert, so kann dieses vermeintliche Gefühl von Euphorie und Glück, auch nicht mehr durch eine Dosiserhöhung oder das "Nachlegen" erreicht werden. Es wirkt dann lediglich aufputschend. Der Rausch kann erst wieder nach ca.3-5 Wochen Pause voll erlebt werden, da der Körper diese Zeit braucht, um den Serotonin-Speicher wieder zu füllen.
    Depressionen, Angstzustände, Abmagerung sowie Leber- und Nierenschäden treten bei intensivem Ge- bzw. Missbrauch auf.

    Mischkonsum mit Ecstasy:

    Ecstasy und Alkohol:
    Leber und Nieren sind stark belastet, trocknet zusätzlich aus.
    Ecstasy und Cannabis:
    Cannabis bringt runter.
    Ecstasy und Speed / Crystal:
    Speed / Crystal heben die Ecstasy-Wirkung auf.
    Ecstasy und Kokain:
    Stark erhöhtes Risiko für Herz und Kreislauf.
    Ecstasy und Medikamente:
    nicht zusammen mit Beta-Blockern, trizyklischen Antidepressiva und SSRI konsumieren - Risiko Serotoninsyndrom.
    Ecstasy und Proteasehemmer (HIV-Therapie):
    blockiert Abbauprozess von MDMA ? Vergiftung möglich!

    Zusammenfassung der Wirkspektren

    Subjektiv erwünschte Wirkungen können sein:

    • Glücks- und Liebesgefühle
    • Entspannung
    • Nähe zu anderen
    • Aktivität und "wach sein"
    • Berührung mit dem Inneren (Körperempfinden)
    • Intensivierung der Optik (Wahrnehmungsveränderungen)
    • Berührungen mit anderen und Musik werden als intensiver wahrgenommen
    • gesteigertes Kontaktbedürfnis und der Abbau von Hemmungen

    Subjektiv negative Wirkungen können sein:

    • Herzrasen
    • Schweißausbrüche
    • Anstieg der Körpertemperatur und Austrocknung
    • Panik- und Angstzustände
    • Depressionen
    • Leber- und Nierenversagen
    • Kreislaufkollaps und Tod als Folge

    weiterhin kann der Ecstasy-Konsum die Nervenzellen schädigen.

    Safer Use :

    Bei den auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Substanzen, weiß man nie, was genau und wie viel davon drin ist.
    Nutze nach Möglichkeit "DRUG CHECKING" (Substanzanalyse oder Schnelltests) bzw. achte darauf, bei wem Du kaufst.

    • auf keinen Fall solltest Du Ecstasy konsumieren bei Epilepsie, Schilddrüsenüberfunktion, Leberkrankheiten, Bluthochdruck und Störungen der Herz-Kreislauf- Regulation, Asthma oder einer Zuckerkrankheit
    • auch psychisch labilen Personen ist dringend vom Konsum abzuraten
    • achte auf Dein Set (Set ist Dein innerer Zustand), das heißt, ob Du dich gut oder schlecht fühlst, ob Du müde oder wach bzw. gestresst oder ausgeruht bist, Dein Set beeinflusst die Drogenwirkung dementsprechend im positiven oder negativen Sinn
    • zur Stimmungsaufhellung oder als Problemlöser solltest Du Ecstasy nicht konsumieren
    • konsumiere es nur, wenn Du Dich mit den Menschen und in Deiner Umgebung wohl fühlst (Setting)
    • um Dich vor einer Überdosierung oder "schlechten" Pillen zu schützen, solltest Du die Pille erst antesten und nicht zu schnell nachlegen - wenn die Wirkung nachlässt, ist das in Ordnung, denn jeder Rausch geht irgendwann zu Ende
    • alkoholfreie Getränke, Vitamin C (Frischobst), Tanzpausen und Frischluft verringern das Risiko gesundheitlicher Schäden
    • trage keine Kopfbedeckung beim Tanzen - Gefahr von Wärmestau und im Extremfall Hitzeschlag - und führe Dir ausreichend Flüssigkeit zu (koffeinhaltige Getränke entziehen dem Körper zusätzlich Wasser - trinke besser Mineralwasser oder Säfte)
    • Mischkonsum mit anderen Drogen verstärkt das gesundheitliche Risiko
    • immer ausreichend lange Konsumpausen (4-5 Wochen) einlegen
    • bei Notfällen ? Giftnotruf 055119240-oder Notruf 112

    Für die Damen:

    Aufgrund des meist niedrigeren Körpergewichts bei Frauen, verursacht MDMA bei gleicher Dosis eine stärkere Wirkung.
    Weiter kann der Monatszyklus gestört, die Menstruationsbeschwerden verstärkt und die Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden. Trotz ausbleibender Periode kannst Du aber schwanger werden!
    Der Konsum in einer Schwangerschaft erhöht das Risiko einer Fehlbildung beim Neugeboren. Bluthochdruck bei Schwangeren kann zu einer frühzeitigen Plazentalösung führen, welche eine lebensbedrohliche Gefahr für Mutter und Kind darstellt. Es wird empfohlen, während der Schwangerschaft den Konsum von Ecstasy zu unterlassen.

    Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht.
    Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht.
    Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern, Fachpublikationen und der Zusammenarbeit mit Herrn Hoffmann (Ärztlicher Leiter der Fachambulanz Kiel). Irrtümer können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
    Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das Partyprojekt-Odyssee keine Haftung.

     
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