Verkauft als XTC

    Auf einschlägigen Parties werden des Öfteren Pillen als Ecstasy verkauft, die gar keine Ecstasy-verwandten Stoffe (MDMA/MDA/MDE(A)/MBDB) enthalten.
    Leider gibt es in Deutschland derzeit keine Möglichkeit ein gutes Drug Checking-Angebot zu nutzen.
    Was also tun?
    Wenn Du Dich trotz der teilweise unsicheren Situation für den Konsum entscheidest, möchten wir Dich hiermit über die möglichen Risiken und Wirkungsweisen der unterschiedlichen Stoffe informieren, die anstatt der Ecstasy-verwandten Stoffe in den Pillen enthalten sein können.

    2C-B (2,5-Dimethoxy-4-Brom-Phenylethylamin):
    2C-B ist ein synthetisch hergestelltes Meskalinderivat.
    Es wird meist in Tablettenform, seltener als Kapsel oder in Pulverform verkauft.
    2C-B ist auch unter den Namen Erox, Nexus oder Herox bekannt.
    Die Wirkung ist stark dosisabhängig. Eine wirksame Dosis liegt zwischen 2-15 mg gesnieft und 5-25 mg geschluckt. Schon in einer kleinen Dosiserhöhung kann ein starker Unterschied zu der zuvor erlebten Wirkung liegen.
    Die Wirkung setzt gesnieft nach ca. 5-10 Min. und geschluckt nach ca. 30-60 Min. ein.
    Die Wirkung ist auch entscheidend abhängig vom Set (eigenes Befinden) und Setting (eigenes Umfeld) des Users.
    Es erfolgt eine Sensibilisierung der Sinne. 2C-B kann aphrodisierend, euphorisierend und stark wahrnehmungsverändernd wirken. Bei einer Dosis ab ca. 12mg tritt die halluzinogene Wirkung in den Vordergrund.
    Ein Brennen der Nasenschleimhäute beim Sniefen kann ebenso eine Begleiterscheinung des Konsums sein wie die Erhöhung von Puls, Blutdruck und Körpertemperatur.
    Übelkeit, Schweißausbrüche, Schwindelgefühle und Magen- und Darmbeschwerden können auftreten.
    Neben einer eingeschränkten Kritik- und Reaktionsfähigkeit liegen die Risiken eher im psychischen Bereich.
    So kann es durch Orientierungsverlust, Überforderung, Kontroll- und Realitätsverlust zu Angstzuständen oder "Horrortrips" kommen.
    Die Wirkungsdauer liegt bei 4-7 Stunden, während der Höhepunkt der Wirkung nach 60-90 Minuten erreicht ist.

    PMA (Paramethoxyamphetamin):
    PMA ist ein beiges oder weißes Pulver (teilweise auch pink eingefärbt).
    Die Vorläufersubstanzen zur Herstellung von PMA unterscheiden sich von den Vorläufersubstanzen zur Herstellung von Ecstasy oder Ecstasy-ähnlichen (Amphetaminderivate) Stoffen. Damit kann davon ausgegangen werden, dass die Produktion von PMA nicht zufällig geschieht.
    Die Vorläufersubstanzen sind sowohl billiger als auch einfacher zu besorgen, welches wohl der Hauptgrund für die Herstellung von PMA-haltigen Pillen ist.
    Bei einer geringen Dosis (ca. 0,4 mg PMA/Kg Körpergewicht) steigen Blutdruck und Körpertemperatur nach ca. 90 Minuten stark an. Der Rausch ähnelt dem von Alkohol, so sind leichte Halluzinationen, eine geringe Antriebssteigerung und seltsame Körperempfindungen wie z.B. Kribbeln, eingeschlafene Glieder oder ein Taubheitsgefühl der Haut möglich.
    Auch bei einer hohen Dosierung steigen Körpertemperatur und Blutdruck stark an. Nach dem Konsum von PMA können dann Krampfanfälle und Augenzucken ebenso wie Herzrhythmusstörungen auftreten. Weiter beginnt der Puls zu rasen, während auch die Atmung schneller und zugleich schwerer wird.
    Muskelkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen können mögliche Folgen des Konsums von PMA sein.
    Die Körpertemperatur kann auf über 40 Grad steigen und so nicht selten zu Bewusstlosigkeit und Koma-ähnlichen Zuständen führen. Ab einer Körpertemperatur von über 42 Grad besteht das Risiko einer Schädigung der inneren Organe. Durch die Steigerung der Körpertemperatur kann es demnach zu inneren Blutungen (Magen-, Dünndarm-, Dickdarm- und auch Gehirnblutungen) kommen.
    Bei einer Ecstasy-ähnlichen Dosierung fallen Konsumenten in ein Koma und können dann an Organversagen sterben. Bei gleicher Dosierung ist PMA also wesentlich toxischer als MDMA.
    Die psychischen Wirkungen von PMA treten gegenüber dem Konsum von MDMA wesentlich später auf (nach ca. 90-120 Min.), welches die Gefahr einer Überdosierung durch Nachlegen erhöht, da der Konsument glaubt eine Pille mit geringerer MDMA-Wirkung erhalten zu haben.
    Während es aufgrund von MDMA-Konsum bisher kaum Todesfälle gegeben hat, ist die Zahl derer, die an den Folgen von PMA-Konsum starben ungleich höher (mehrere Todesfälle z.B. 2000/2001).
    Von Mischkonsum in Verbindung mit PMA ist dringend abzuraten.

    m-CPP (meta-Chlor-Phenyl-Piperazin):
    In vermeintlichen Ecstasy-Pillen ist gelegentlich nur m-CPP (manchmal auch mit Koffein, Amphetamin oder MDMA) enthalten. Der Konsum von Pillen mit m-CPP und MDMA oder auch Mischkonsum von m-CPP und MDMA kann zu Krampfanfällen führen.
    Die Wirkung von m-CPP besteht aus dem Wahrnehmen von leichten Glücksgefühlen und einer Veränderung der optischen Wahrnehmung.
    Werden "nur" leichte Glücksgefühle wahrgenommen, so besteht häufig die Gefahr des Nachlegens, welches lebensbedrohlich sein kann.
    Häufig werden Nebenwirkungen wie Nervosität, Müdigkeit, Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schwer- und Kurzatmigkeit beschrieben.
    Oft treten langanhaltende depressive Verstimmungen nach dem Konsum von m-CPP auf.
    Nach dem Konsum von m-CPP kann sich der Urin einige Tage rostbraun färben.
    Regelmäßiger Konsum (noch nicht sehr erforscht) von m-CPP kann zu Depressionen, Angstzuständen und einer Störung der Sexualfunktion führen.

    Atropin:
    Atropin ist in den Nachtschattengewächsen Tollkirsche und Stechapfel enthalten.
    In einer hohen Dosierung kann Atropin zu einem Atemstillstand führen, während es auch schon in kleineren Mengen zu einer halluzinogenen Wirkung mit Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Herzrasen und Atemschwierigkeiten kommen kann.

    Scopolamin:
    Scopolamin ist „verwandt“ mit Atropin und gehört zu den Inhaltsstoffen der Engelstrompete.
    Bei einer geringeren Menge reicht das Wirkspektrum von Ermüdung und Mundtrockenheit bis hin zu Benommenheit.
    Bei einer mittleren bis hohen Dosierung kann es zu Gedächtnisverlust, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheitszuständen, Delirium, starken Halluzinationen und einer erhöhten Herzfrequenz kommen.
    Bei höheren Dosierungen führt es zu Atemdepressionen und Atemstillstand.

    Strychnin:
    Strychnin ist bisher sehr selten in Pillen enthalten gewesen. Es ist auch als Inhaltsstoff von Rattengift bekannt und hat einen sehr bitteren Geschmack. Bei einer Überdosierung, zu der es schon bei einer kleinen Menge kommen kann, führt es über Wahnvorstellungen und schwere Krämpfe hin zum Tod durch Atemlähmung.
    Sehr kleine Mengen bewirken eine Anregung des Nervensystems, der Muskeln sowie des Kreislaufs und der Atmung.


    Bis auf 2C-B und m-CPP sind die oben aufgeführten Stoffe eher selten in Pillen zu finden .

    Weiterhin können in Pillen folgende Inhaltsstoffe enthalten sein:
    MDMA, MDA, MDEA, MBDB,
    Ephedrin,
    Speed,
    Crystal,
    sowie zusätzliche Beimengungen und Streckstoffe wie z.B. Lactose, Saccharose, Milchzucker, Farbstoffe, Koffein oder auch Paracetamol.


    Die angeführten Wirkstoffe sind nicht nur in den „üblichen“ Pillen (weiss oder farbig?-Logo?-Bruchrille?-Form?), sondern teilweise auch in sogenannten Mikros enthalten.
    Dies sind kleine Pillen die gepresstes Pulver oder auch in flüssiger Form auf die Trägerstoffe (Mikros) geträufelte Wirkstoffe enthalten bzw. an diesen haften.
    Des Weiteren sind die verschiedenen Wirkstoffe zum Teil auch als Kapseln (Gelatine) auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Bedenke, dass die Inhalte der Kapseln relativ leicht verändert (Art des Wirkstoffes+Menge) werden können, da sie sich mit der Hand ohne weiteres öffnen und wieder verschließen lassen.


    Safer Use:

    • Wenn die einsetzende Wirkung nicht der von Dir erwarteten entspricht, informiere Freunde oder Begleiter, dass sie jetzt besonders auf Dich aufpassen sollen. Nimm im Notfall ärztliche Hilfe in Anspruch
    • Wegen der Gefahr einer Überhitzung:Trinke genug Wasser oder Vitamin- und mineralhaltige Getränke, mache Tanzpausen, trage keine Kopfbedeckung und gönn Dir Frischluft.
    • Da Du nicht genau weißt, was und wieviel davon in den Pillen enthalten ist, solltest Du auf Mischkonsum verzichten. Wechselwirkungen können zum Teil sehr unberechenbar und gefährlich sein.
    • Verzichte auf den Konsum von Ecstasy, wenn Du Antidepressiva (Mao-Hemmer) nimmst oder wenn Du Dich psychisch gerade nicht stabil fühlst.
    • Falls Du unter Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck, Asthma oder Epilepsie leidest, solltest Du ebenso auf den Konsum verzichten.
    • Dosiere niedrig und lege nicht zu schnell nach (2 Stunden warten).
    • Kaufe nicht von Leuten die Du nicht kennst, sondern nur von Personen, denen Du Dein Vertrauen schenken kannst. Informiere Dich (wenn möglich) über die vermeintlichen Inhaltsstoffe und die Wirkung der Pille. Bei jedem kann eine gleiche Substanz trotzdem unterschiedlich wirken.
    • Führe keine verantwortungsvollen Tätigkeiten aus, wenn Du konsumiert hast und nimm Dir am nächsten tag nichts wichtiges vor. Der Tag nach der Erfahrung sollte ein Ruhetag sein.
    • Mache Konsumpausen! Der Körper braucht mindestens 3-4 Wochen, um seinen Serotoninspeicher wieder zu füllen und die Erfahrung mit der vorangegangenen vergleichbar machen zu können.


    Für die Damen:

    • In der Schwangerschaft und Stillzeit möchten wir dringend davon abraten, Pillen oder ähnliches zu konsumieren. Fehlbildungen, Frühgeburten oder auch ein zu geringes Geburtsgewicht können sonst eintreten
    • Menstruationsbeschwerden können durch den Ecstasy-Konsum verstärkt und der Monatszyklus gestört werden. Trotzdem kannst Du schwanger werden (Safer Sex!).
    • Aufgrund des oftmals geringeren Körpergewichts benötigen Frauen eine geringere Dosis. Denke daran, wenn Du nicht weißt was für ein Wirkstoff die Pille enthält und wieviel davon in der Pille enthalten ist.



    Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht.
    Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht.
    Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern, Fachpublikationen und der Zusammenarbeit mit dem Sonics-Netzwerk.
    Irrtümer können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
    Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das Partyprojekt- Odyssee keine Haftung.

     
    Umfrage:
    Wie sind Deine Erfahrungen mit Legal Highs (Badezusätze, Räuchermischungen)
     
    Click
    Wähle Deinen Style!
    Besucherzähler
    Seitenaufrufe : 915452